Algarve/Portugal - Auf den Spuren der Seefahrer

Es ist kaum 500 Jahre her, da war das heutige Eu-Problemkind eine Weltmacht der Seefahrer. Dank maurischem Wissen und abendländischem Wagemut besaßen die Portugiesen damals fast ein Monopol für Weltreisen zur See. Vasco da Gama, Magellan, Heinrich der Seefahrer hielten damals so ziemlich alle Seefahrtrekorde.
Heute ist das kleine Land etwas ins Abseits geraten und hat vielleicht gerade deswegen viel historischen und naturkundlichen Charme erhalten.

Heinrich der Seefahrer begründete im 15. Jhd. die Vormachtstellung Portugals als Seemacht. Per Knopfdruck lassen sich auf diesem Globus im Kastell von Sagres die großen Weltreisen portugiesischer Eroberer nachvollziehen. Heute sind die Fahrten von der Bedeutung her weniger spektakulär aber nicht minder reizvoll, besonders, wenn man sich durch das Gewirr der Bögen, Felstürme und Strudellöcher der Algarve bei Ponte de Piedade fahren lässt.
An der oft bis zu 100 m hohen Steilküste herrschen ideale Bedingungen für Gleitschirmflieger, vorausgesetzt man bringt genug fachkundige Freunde und den entsprechenden Mut mit. Nur wenige Küsten dieses Planeten können mit dem Farbenrausch der lockeren Sandsteinformationen der Algarve mithalten.... .... zu deren Füßen sich zig Kilometer lange meist menschenleere Traumstrände erstrecken. Darüber erstellen Licht und Wolken stündliche neue Dramaturgien.

Anderswo hätte man den feinen, goldgelben Sand gerne in Massen. Auf der Ilha de Barreta, südlich von Faro wird er allerdings zur täglichen Plage, solange der steife Wind nicht nachlässt.

Im Herbst ist das Hinterland der Felsküste mit tausenden von Herbstzeitlosen übersät.

Subtropische Farbenpracht an einer Hausmauer in der einstigen Seefahrermetropole Lagos, die schon Phönizier, Griechen und Karthager zu schätzen wussten.

Ein architektonisches Kleinod ist die Kirche von Sao Lourenco. Sie ist innen vollständig mit "Azulejos" (kobaltblauen handbemalten Kacheln) ausgekleidet. Ein Besuch in der Markthalle von Loule ist ein Muss. Gesalzen sind jedoch nicht nur die fangfrischen Meeresfrüchte sondern auch deren Preise.

Diese selbst im Verfall noch reizvollen Altbauten könnten ebensogut irgendwo in Brasilien stehen.

Blick auf das historische Zentrum von Lagos, dessen reizvolle Gässchen zu einem Erkundungsspaziergang einladen, den jedoch nur wenige Touristen unternehmen. Die gewaltigen, meterdicken Stadtbefestigungen zeugen von der einstigen strategischen Bedeutung dieser Hafenstadt. Der Palatio de Estoi ist im Rokoko-Stil erbaut und stammt aus dem 18. Jhd. Obwohl aufwändig saniert nagen Wind und Wetter schon wieder an seinem Antlitz.