Madeira - Wandern mit allen Sinnen

Man nehme ein bisschen Island, ein bisschen Teneriffa, eine Brise Toskana und Südtirol und einen Touch von "Good old England" und heraus kommt: Madeira. Wie falsch solche Einschätzungen sind, merkt man schnell, weil die ureigensten Bewohner dieser Insel darin gar nicht vorkommen: die Portugiesen. Eher bescheiden machen kleine Museen und vereinzelte Straßennamen auf die große Vergangenheit dieser Seefahrer-Nation aufmerksam, und dass ein gewisser Christopho Colom lange bevor er aufbrach um für die spanische Krone "Amerika zu entdecken" hier einen bescheidenen Reichtum als Zuckerhändler erwarb. Tourismus - mit allen Folgen - gibt es am ehesten rund um die in der Fenchelbucht liegende Hauptstadt Funchal.

Für viele eine beeindruckende Wanderung, für Vulkanomanen ein aufgeschlagenes , geologisches Lehrbuch: der Pfad auf der Halbinsel Sao Laurenco. Bei schönem Wetter bieten sich an Madeiras östlichstem Zipfel atemberaubende Ausblicke auf die steile Nordküste...... ... oder auf die Südküste und die Wetterküche über dem Zentralmassiv, aus dem sich rasant gewaltige Quellwolken entwickeln.
Offenbar lieben Madeirenser Tunnel, denn sie bringen gute Einnahmen, wie hier der begehbare Lavatunnel nahe San Vincente. Kein Wunder, dass in dem angeschlossenen, pädagogisch hervorragend gestalteten Vulkanmuseum die Evolution des Lebens orgineller Weise ebenfalls in Tunnelform realisiert wurde. Dank Eu-gestützter Untertunnelung erreicht man selbst abgelegene Inselteile heute innerhalb eines Tages und nicht mehr nur per Schiff oder mehrtägiger Tortur per pedes oder Eselskarren.

Einsam gelegene Bergbauernhöfe gibt es auch heute noch, doch sinkt deren Zahl stetig, weil es die Jugend in die Hauptstadt zieht..

Die Wanderer dagegen zieht es hinauf zu den Gipfeln, wie dem 1818m hohen Pico Areiro und dem mit 1848m höchsten Berg Pico Ruivo.......

...wo der Blick bei guten Wetter leicht 100 km und mehr über die steilen Schluchten hinaus auf den Atlantik schweift.

Auch ohne Schnee kann man mit dem Schlitten fahren. Was früher eine Schweiß treibende Arbeit für das Dienstpersonal reicher Kolonialherren war, ist heute die Touristenattraktion auf Funchals Hausberg.. Einfacher geht es heute mit der modernen Seilbahn. Die Fahrt hinauf zum "Monte", was nichts anderes als "Berg" heißt ist bei schönem Wetter ein Muss mit herrlichen Ausblicken.

Blick auf die Hauptstadt Funchal vom Botanischen Garten aus, dessen Besuch nicht nur lohnender sondern vor allem auch preiswerter ist als die teils überteuerten privaten "Jardims".

Dort, wo sich in den engen, feuchten Schluchten nur über zwei, drei Stunden mittags einige Lichtstrahlen verirren, wachsen im Nebelwald bizarre Flechten. Karg und meist trocken geht es hingegen auf der brettebenen Hochfläche Paul da Serra zu, auf der im Frühling gelber Stechginster Kilometer lang die schnurgeraden Straßen säumt. Die Levadas bilden nicht nur die Wasserversorgung Madeiras sondern inzwischen auch ein interessantes Netz von Wanderwegen für "Flachlandtiroler".
Porto Moniz, nordwestlichster Außenposten der Insel, liegt samt seinem attraktiven Naturschwimmbad unterhalb der steil abfallenden Küste auf einer Lavazunge. Vereinzelt finden sich auf der Insel etliche wieder hergestellte, in den Farben rot, weiß und blau bemalte, stroh gedeckte Häuschen. Sie lassen ahnen, wie einfach die Landbevölkerung früher lebte. Gewagte Aussichtsplattformen bieten dem Wanderer einen Überblick im Gewirr der engen, aber fast ausschließlich mit üppigem Grün bewachsenen Schluchten.