Astronomie und Kultur in Südspanien

Sonne, Strand, Schnee und Sternenhimmel finden sich selten so kompakt nebeneinander wie in Südspanien. 

Die beschneiten Gipfel der Sierra Nevada im Süden Spaniens krönen eine beeindruckende Landschaft, die sich vom Meer über Halbwüsten bis in alpine Dauerschneeregionen erstreckt. Der legendäre Komet Halley bot 1986 ein eher bescheidenes Schauspiel am Morgenhimmel der Sierra de los Filabres. Die im 76jährigen Abstand erfolgenden Sonnenpassagen haben offenbar zu viel Substanz gekostet. Dem Alltag fast entrückt steht die mächtige Kuppel des 3,5m-Teleskops auf dem Calar Alto in der trockenen Luft zwischen tauenden Schneeresten, tanzenden Wolkenfetzen und stahlblauem Himmel.

Die zahlreichen Einrichtungen des Deutsch-Spanischen Astronomischen Zentrums erläuterte Dr. Kurt Birkle mit großer Geduld den weit angereisten Gästen.

In der Kuppel des 3,5m-Zeiss Teleskops auf dem Calar Alto. Das parallaktisch montierte über 200 t schwere Instrument ruht in einer öldruckgelagerten Hufeisenmontierung.

Das Steuerpult des 3,5m-Teleskops ermöglichte bereits vor 20 Jahren weitgehend vollautomatische sensorgesteuerte Nachführung.

In der Wüste am Fuß der Sierra Nevada stehen mehrere Hektar große Pilotanlagen, mit denen die Nutzung von Sonnenenergie systematisch erforscht wird. Ein Himmel aus Alabaster und Gipsstuck im Palast der Alhambra in Granada, Zeugnis der maurischen Hochkultur, der gegenseitigen Toleranz der Kulturen und noch heute Forschungsobjekt für Mathematiker.

Im Löwenhof der Alhambra, deren geniale Wasserspiele damals "High-Tech" in Reinkultur gewesen sein dürften, so dass die "Betriebsanleitung" als Inschrift für nachfolgende Generationen gleich mitgeliefert wurde..