Restaurierung einer ca. 80 Jahre alten Mandoline von Meinel und Herold, Klingenthal

Auf Flohmärkten, in Städten wie im Intenet finden sich immer wieder alte Instrumente, die für ein paar Euro angeboten werden. Teilweise sind sie in erbärmlichem Zustand und nicht mehr spielfähig. Der Fachmann wird angesichts der hohen Kosten meist die Hände davon lassen. Dennoch sind es Instrumente, deren Erhalt sich lohnt, wenn man etwas handwerklich geschickt ist und die nötigen Utensilien in seiner Kellerwerkstatt vorfindet.

Auch wenn der Anblick dem Auge weh tut; die massive Fichtendecke und das Holzbindung sind unversehrt. Nur die Einlegearbeiten aus Perlmutt fehlen teilweise.

Die Mechaniken sind in Ordnung, sie müssen aber gereinigt, gebürstet und neu geölt werden. Schlimmer hat es den Korpus erwischt. Ein langer Riss klafft zwischen zwei Spänen und .....

...eine Absplitterung muss mit passend zurechtgeschnittenen Holzstückchen aufgefüllt werden. Im Kleberbett können sie sich einpassen, aushärten und werden dann manuell plangeschliffen.. Der lange Riss muss vorsichtig mit Holzkleber benetzt und dann unter moderaten Druck verleimt werden.
Wegen der runden Bauchform ist aber dazu zunächst die Anfertigung zweier Passstücke nötig, damit die Schraubzwinge sicheren Halt findet. Mit einem Miniaturfräser werden die Aussparungen des "Schmetterlings" gesäubert und dann die mit Hilfe einer normalen Schleifscheibe passgenau .... ....zurechtgeschliffenen vier Teile aus echtem Perlmutt eingesetzt. Das Ganze wird nach dem Verkleben mit heißem Wachs vergossen und...
....vorsichtig mit immer feinerer Körnung geschliffen und poliert. Jetzt beginnt das gute Stück wieder das Auge zu erfreuen. Da es dennoch ein eher einfaches Instrument ist, wird auf eine Schellackpolitur verzichtet, denn.... ..... auch ein handelsüblicher KH-Lack verrichtet seinen Dienst "glänzend" und erheblich weniger aufwändig.
Normale Messing-Nietösen passen ausgezeichnet über die Achsen der Stimmmechaniken und ersetzen die im Lauf der Jahrzehnte verlorenen Vorgänger . Ein Satz neuer Saiten lässt sich problemlos aufziehen . Nun strahlt sie wieder und kann sie sich ansehen und -hören lassen.