Umbau einer Squier-Strat mit Gold-Hardware a la Hank Marvin

Da im Winterhalbjahr in der Kellerwerkstatt alle Schleif-und Lackierarbeiten auf den Frühling warten müssen, wo man das draußen machen kann, und ich zufällig ein paar Videos von der Abschiedstour der guten alten Shadows bei Youtube sah, juckte es doch in den Fingern, mal eine Strat im - für Hank Marvin typischen- Fiesta-Red-Kostüm umzustricken. Das vom Meister gespielte Fender-Original habe ich nirgendwo käuflich entdecken können, es muss wohl aus dem Custom-Shop gewesen sein- oder er hat´s (auch) selbst gemacht......;-)

Hank Marvin spielte die Fiesta Red ursprünglich in der Standard-Ausführung mit Chrom-Hardware. Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, seit wann er auf die vergoldete Version umstieg.

Damit der Umbau möglichst Geldbeutel schonend vonstatten gehen konnte, wählte ich ein Squier-Modell, das aktuell in fiesta-red für nur 108€ erhältlich war. Leider gibt es die Bullet-Strat Ausführung nur mit Palisander-Griffbrett. Eine Affinity-Squier, die angeblich mit Ahorngriffbrett erhältlich sein soll, konnte ich nicht auftreiben. Die Gold-Hardware war bei Rockinger und ml-factory für 84€ schnell geordert. Zunächst Ausbau der alten Tuner....

....die eher von bescheidener Qualität sind. Es wäre also unsinnig gewesen, eine Affinity mit besserer Hardware zu kaufen, nur um diese dann auszubauen und zu ersetzen. Da die vergoldeten Tuner von Boston 10mm Bohrungen erforderten, musste der Patient erstmal ein paar Unannehmlichkeiten über sich ergehen lassen. Tipp: Unbedingt vollflächig unterlegen!! und scharfe, neue Metall(!) Bohrer verwenden, sonst schrottet man die Kopfplatte. Erster Streich: die neuen Tuner sitzen perfekt. Da sie nur eine Schraube zur Befestigung benötigen, kann man in das freie, alte Schraubenloch einfach eine zusätzliche Schraube drehen. Wenn´s aber keiner weiß, sieht man diese Löchlein auf der Rückseite eh nicht.
Wegen der bekannten Schwächen das Standard-Tremolos, habe ich mich entschlossen, ein höherwertiges, präzises Zwei-Klingen-Tremolo einzubauen. Auch das erfordert zwei größere Bohrungen. .... .....die noch indivduell - ein bisschen konisch- an die massiven Steckbuchsen angepasst werden müssen. Sie dürfen weder zu fest noch zu locker im Body sitzen, denn letztlich übertragen sie ja die Spannung der Saiten und deren Schwingungen , Nach all dem wird rasch klar, warum die mickrige Schraubenführung des alten Tremolos keine Stimmstabilität liefern kann (das wusste Clapton auch schon, gell?). Der neue Tremoloblock mutiert aber zum echten Blickfang.
Wer nun denkt, das Gröbste sei vorbei, hat sich gewaltig getäuscht. Das Gefiesel fing eigentlich jetzt erst richtig an, weil sich herausstellte, dass die Squier-Pickups mit einfachen Metallschrauben mit Grobgewinden für Plastik versehen waren, die Rockingerhardware aber fenderkonforme zöllische Feingewinde besaß. Da aber bei 3mm Durchmesser der Unterschied zu DIN-Schrauben gering ist, konnte mit einem 3mm Gewindebohrer das Kunststoffbasisteil so weit präpariert werden, dass sich die neuen Schrauben straff einschrauben ließen. Alles wurde "minimal-invasiv" ohne Ausbau der Pickup-Einheit erledigt,..... ,,,,da immer nur jeweils eine Schraube getauscht wurde. Löst man zwei Schrauben, fällt der Coil durch, das Brett muss komplett raus und alles geht von vorne los. - Hier warten schon die Schräublein für das Schlagbrett, das Buchsenblech und den Schalter.....
.... und bei der Gelegenheit wurden gleich mal die oft üblichen kalten Lötstellen besonders der Masseleitungen nachgelötet. So geht die Sache allmählich dem guten Ende entgegen, denn auch der Tremolohebel hat schon seinen Platz gefunden.. Auf der Kopfplatte fehlen noch die beiden Saitenhalter. Aber das ist rasch erledigt -
Auch wenn bei Marvins Strat die nicht abgedeckten Coils in schnödem Chrom glänzen, muss das nicht sein. So bekamen die 18 "Metallstöpsel"..... ......ebenfalls standesgemäße goldene Mützchen verpasst, die sich mit einem Bürolocher aus Goldfolie ausstanzen ließen. Ein echtes Gefummel!! Ich habe darauf verzichtet, die Halsbefestigungsplatteauf der Rückseite auch noch auszutauschen . Erstens sieht die keiner und zweitens läuft einem irgendwann mal ein passender Hals mit heller Ahorngrapsche über den Weg....
   
  Finito: Gesamtaufwand weniger als 200 Euronen und fünf Stunden gemütliches Gepopel. ;-) Ach so, wie das Teil klingt gibt´s hier (Amp: VOX VT 30)